Zyklon sucht Schule heim

Der Zyklon Giovanna, der Mitte Februar 2012 quer durch Madagaskar raste, hat auch die Schule des Zentrums Compassion Mangoraka nicht verschont. Hier ein Augenzeugenbericht:

Liebe Leute!
Gestern Samstag (18. Februar 2012) sind wir wieder zuhause in der Schweiz angekommen. Wir sind reich an Bildern und Erfahrungen, Begegnungen mit den Menschen im Land haben uns tief beeindruckt und bewegt. Was wir Euch jetzt schicken, ist ein kurzer Bericht und einige aktuelle Bilder des Centre Compassion Mangoraka. Dies hat einen aktuellen Grund: Wir waren am letzten Donnerstag im Centre, einen Tag nach dem Zyklon “Giovanna”.

– Schwester Clarisse hat uns gebeten, Euch über die Zerstörung zu informieren, sie hätten im Moment keine Gelegenheit, mit der Aussenwelt in Kontakt zu treten. Vielleicht ist das ja inzwischen wieder möglich.

– Jedenfalls trafen wir ein ziemlich zerstörtes Schulhaus an: Dach weg, Schulzimmer unter Wasser, Schulmaterial durchweicht und auch eine Hausmauer völlig zusammengebrochen, die restlichen Mauern mit mehr oder weniger Schaden.  Das alte WC ist ebenfalls dachlos und die Mauern im Begriff, einzustürzen.

– Wir wissen nicht, wie diese Gebäude vorher aussahen und können das Ausmass der Zerstörung nicht wirklich abschätzen. Das Haupthaus hat zum Glück sein Dach noch, aber die Stromleitungen wurden zT herausgerissen und  das Dach ist nicht wirklich dicht. Ein Mann hatte bereits begonnen, das Dach des Schulhauses notdürftig zu flicken, dh, einige Wellbelche wieder auf den bröckelnden Mauern zu befestigen. Sie schätzen, dass sie in einem Monat das Gebäude notdürftig geflickt haben werden, inzwischen sei die Schule halt draussen.

– Wir haben uns die Mauern angeschaut und fanden es eigentlich nicht der Mühe wert, auf diese Mauern wieder ein Dach zu bauen, aber offenbar bleibt ihnen nichts anderes übrig. Schwester Clarisse sagte, sie wüssten schon, dass sie besser gebaute Häuser brauchen würden, aber  es gibt natürlich keine Mittel dafür.

– Wir haben uns auf dem Weg zurück in die Schweiz auch schon überlegt, ob es Sinn machen würde, für so ein Projekt zu sammeln und eine Art Baufond zu gründen. Aber uns ist auch bewusst, dass das eine recht vielschichtige und anspruchsvolle Angelegenheit ist. Wir wüssten eigentlich gerne, was Ihr darüber denkt?  

Ansonsten haben wir aber auch viele positive Sachen gesehen und unseren Besuch in einer guten Erinnerung. Die Kinder waren trotz allem fröhlich und packten bei den Aufräumarbeiten an. Da es ein Vormittag war, an dem die Eltern der externen Kinder aufgerufen waren, in der Schule zu helfen, trafen wir auch einen Vater an, der am Loch für das neue WC grub, zusammen mit seinen Söhnen.   Das Loch ist schätzungsweise bereits 10 Meter tief. Die externen Kinder waren auch etwas in Aufbruchstimmung, da sie am Mittag heimgingen, den Eltern helfen beim Aufräumen zuhause. Trotzdem standen sie begeistert in einer Reihe an, um Mass nehmen zu lassen für die neuen Schuluniformen. Was uns auch auffiel, war die Begeisterung, mit der die neue Schaukel benutzt wurde, gebaut aus stabile Holz und gut verankert im Boden, schön anzusehen!  Ich glaube, Samuel und Sara hiessen die beiden aus der Schweiz, die das bauten, die seien im letzten September dort gewesen und hätten ihnen sehr viel geholfen. Die beiden haben offenbar auch die Türen für das neue WC gezimmert und inzwischen haben die Kinder sie farbig bemalt, auf einem Foto zu sehen. 

Nun grüssen wir euch alle herzlich, Martin und Theres Glauser

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Wir vom Verein Tsarabe-Madagaskar haben dem Zentrum Compassion Mangoraka  sofort 1000 Schweizer Franken für den Wiederaufbau und die Reparaturen des Schulgebäudes überwiesen. Gleichzeitig haben wir einen Aufruf gestartet, um Geld zu sammeln. Denn das Schulgebäude sollte eigentlich grundlegend saniert oder neu aufgebaut werden. Es geht immerhin um rund 300 Schulkinder aus bitterarmen Familien.

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Zyklonschäden 2012 beim Zentrum Compassion Mangoraka Madagaskar

Kein Wellblechbach mehr, keine Rückwand mehr: Schulzimmer nach dem Zyklon.
Foto: Martin Glauser.
Weitere Fotos von Martin galuser zu den Zyklonschäden beim Zentrum Compassion Manhoraka unter http://www.martinglauser.ch/mangoraka/