Ampefy mit Tànana-Mirana 26. – 28. August 2013

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Montag

Wir sind am Vormittag von Ankadekely mit zwei Minibussen und einem privaten Auto gestartet. Eigentlich wäre es gar nicht so weit gewesen, aber weil wir durch die Hauptstadt Antananarivo fahren mussten, brauchten wir schlussendlich über zwei Stunden um endlich auf die RN1 (Nationalstrasse) zu gelangen. Die Kinder hat es jedoch nicht gestört. Jeder Ausflug ist für sie sowieso ein Highlight. Alles wurde in Gebärdensprache kommentiert. Sie stellten Fragen zu Neuem und wollten genau wissen wozu und wofür etwas gebraucht wird. So wurde dieser „Schulausflug“ zu einer lehrreichen Bildungsreise.

Bei unserer Ankunft in  Ampefy kamen die Kinder und BetreuerInnen nicht aus dem Staunen heraus. So eine schöne Anlage mit Bungalows! Warmes Wasser und WC sind für die meisten dieser Kinder keine Selbstverständlichkeit und so wurde diese, für unsere Verhältnisse, einfache Unterkunft für die Kinder zu einem Paradies auf  Zeit. Drei Tage lang mit so viel Komfort und Platz zum Spielen, das war der pure Luxus.

Während die Zimmer verteilt und bezogen wurden, kochte ich mit Christina, einer Freiwilligen aus der Schweiz, das Nachtessen. Ausnahmsweise gab es einmal nicht Reis, sondern Älpler Makkaroni mit Apfelmus. Den Kindern hat es geschmeckt obwohl sie es etwas seltsam fanden Hauptgang und Dessert gleichzeitig auf dem Teller zu haben :-). Nach dem Nachtessen war es bald Zeit soavamandry (gute Nacht) zu sagen und ins Bett zu hüpfen.


Dienstag

Am Dienstagmorgen gingen viele der grösseren Kinder mit einigen BetreuerInnen und dem Karatelehrer joggen. Die kleineren Buben spielten auf dem Rasen Fussball und die Mädchen übten fleissig Klatschspiele. Zum Frühstück gab es dann Reis und Omeletten und gestärkt und mit vollem Magen fuhren wir zum See. Es handelte sich um einen Kratersee, bei dem eine bekannte Marienstatue auf einem Hügel steht. Für die Madagassen ist der Ort daher nicht nur die Mitte von Madagaskar sondern auch ein beliebter Pilgerort.

Vor dem Lunch gab es viel Zeit und Platz zum Spielen. Die Kinder durften sich selber unterhalten. Dann gab es Sandwiche gefüllt mit Spagetti was den Kindern offenbar sehr schmeckte. Nach dem Essen hatten die BetreuerInnen einige Spiele vorbereitet und es war wie auf einer Chilbi. Leider konnten wir  dann den Umweg zum Wasserfall nicht machen, weil die Strasse einfach zu schlecht war.

Zurück in Ampefy durfte ich mit einigen BetreuerInnen auf dem lokalen Markt einkaufen gehen. Meine Überraschung war gross, als eine Marktfrau begann, sich in Gebärdensprache mit den BetreuerInnen zu unterhalten. Es stellte sich heraus, dass sie eine gehörlose Schwester hatte und deswegen die Gebärdensprache gelernt hatte. Zum Nachtessen gab es dann Pirna (kleine getrocknete Fische). Diese werden zuerst kurz in Wasser eingeweicht, dann in Öl gebraten und mit Reis serviert.

Mittwoch

Letzter Morgen und Aufbruchsstimmung!

Nach dem Frühstück (Tee und Brot) packten wir unser Sachen zusammen und luden alles ins Auto. Die Kinder nutzten die verbleibende Zeit um noch ein bisschen zu spielen, dann mussten wir uns von den Besitzern verabschieden. Dieser Abschied war sowohl für die Kinder als auch für die Besitzer ein sehr schönes Erlebnis. Das Besitzerehepaar erzählte uns ganz offen, dass es vor unsrer Ankunft etwas unsicher gewesen war. Sie hatten sich so gar nicht vorstellen können, wie es sein würde mit einer so grossen Gruppe gehörloser Kinder. Beide waren sehr beeindruckt wie ruhig sich alle verhalten hatten und wie viel Herzlichkeit wir ihnen gegenüber gezeigt hatten. Sie wünschten uns nicht nur eine gute Reise zurück nach Antananarivo sondern sagten uns auch amanaraka (auf wiedersehen). Als Abschiedsgeschenk erhielten die Kinder von ihnen einen neuen Fussball J.

Auf dem Heimweg legten wir kurz vor Antananarivo in einem bekannten Hotely eine Mittagspause ein. Dieser Ort ist ein richtiger Geheimtipp unter den Madagassen. Zur grossen Freude der Kinder gab es Fisch, Gemüse und Reis.

Wieder zurück in Ankadekely wurden die Kleinsten von ihren Eltern in Empfang genommen und hatten mit lebhafter Gestik und Mimik viel Freudiges und Spannendes zu erzählten.

 

 

 

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